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10. 09. 2005
aktualisiert 11. 09. 2005

DFA-Herbsttagung in Bad Frankenhausen (Rückblick)

Am Samstag, dem 10. September 2005 fand in Bad Frankenhausen (Thüringen) die Herbsttagung der Deutschen Funk Allianz (DFA) statt.

An der Veranstaltung nahmen zehn stimmberechtigte Delegierte ("Abgeordnete") aus sechs Mitgliedsvereinigungen teil. Als Gäste waren unter anderem vier Sysops von Regio-Net-DL und DL-Net, darunter Jürgen Walter und Thorsten Fleck erschienen. Insgesamt waren ca. 20 Personen anwesend. Ausrichter der Veranstaltung war der Arbeitskreis CB-Funk Freistaat Thüringen.

Die Bundesnetzagentur (ex RegTP) schickte ein Grußwort. Sie stellte Mitte September ein Gespräch mit Vertretern der DFA in Aussicht und hofft, dass die Ergebnisse der Tagung dort einfließen werden.

Jürgen Walter erklärte, dass sich die Anwesenheit von Regio-Net-DL auf einen reinen Beobachterstatus beschränke. Man wolle sich - wie schon in der Vergangenheit bei anderen Vereinigungen - "die Sache mal angucken".

Auf der Tagung fanden zahlreiche Ehrungen statt: Der "Ehrenbeirat" der DFA, Mathias Czaja, wurde mit dem "CB-Funk-Friedenspreis" ausgezeichnet. Der CB-Funk-Friedenpreis ist ein Wanderpokal, der im Jahre 1993 von Burkhard Heid gestiftet wurde. Die bisherigen Preisträger waren Harald Westermann, Ingeborg Rödiger und Hans-Werner Hoppe. Unabhängig davon erhielten auch der Organisator der DFA-Tagung, Hermann Oechsner, und der Wirt des Tagungslokals je eine Urkunde und einen Pokal.

Die Brüder Wolfgang und Jürgen Langendörfer wurden zu Ehrenmitgliedern der DFA ernannt. Beide waren aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen nicht anwesend. Harald Westermann begründete die Ehrung mit dem "unermüdlichen Einsatz" der Langendörfers für den CB-Funk.

Überraschend wurde auch Harald Westermann selbst geehrt: Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums als Vorsitzender der DFA verlas Angela Steingräber eine Laudatio, in der sie die "Funker-Karriere" von Harald Westermann würdigte. Westermann habe bereits 1972 mit dem Funkhobby begonnen - damals noch mit sogenannten K-Geräten. Durch seine Aktivitäten habe er die CB-Vertretungslandschaft in der Bundesrepublik Deutschland geprägt. "Die CB-Funker in Deutschland" - so Angela Steingräber - "schulden Harald für seinen Einsatz und seine Opferbereitschaft Dank und Anerkennung."

Im Rahmen seines Vorstandsberichts erklärte Harald Westermann, dass er eine notwendige Änderung beim Registergericht (Eintragung des auf der Frühjahrstagung neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Frank Schmidt) habe vornehmen lassen. Außerdem habe er turnusgemäß die Daten zur Eintragung in die Lobbyliste des Deutschen Bundestages an die Bundestagsverwaltung übermittelt. Hier gab es keine Änderungen (450 Mitglieder in 35 angeschlossenen Organisationen). Insgesamt hätten im Berichtszeitraum sieben Vorstandssitzungen stattgefunden. Eine dieser Vorstandssitzungen habe sich mit dem Thema "DFA in der Krise" befasst. Dazu seien auch Burkhard Heid und Franz Hornauer geladen wurden, diese seien jedoch nicht erschienen. (Anm.: Heid war auf der DFA-Frühjahrstagung wegen seiner Äußerungen im Internet kritisiert worden.)

Hans-Werner Hoppe berichtete über die Bemühungen, das Forderungsprogramm der DFA zu aktualisieren. Er habe dazu alle DFA-Mitgliedsvereine angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Das Ergebnis sei gleich Null gewesen: Es habe keine Reaktionen der Mitgliedsvereine gegeben.

Im Zusammenhang mit den sog. "Schutzzonen" brachte Hans-Werner Hoppe den Vorschlag ein, der Europabeauftragte der DFA, Dieter Löchter, solle die ECBF-Mitgliedsvereinigungen befragen, ob in ihren Ländern auf den Frequenzen der deutschen CB-Funk-Kanäle 41 bis 80 schutzwürdige Anwendungen laufen, die eine Schutzzonenregelung in Deutschland erforderlich machen.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der DFA, Frank Schmidt, berichtete von einem Gespräch mit einem Funk-Großhändler. Dieser gab an, dass der Absatz von CB-Funk-Geräten um ca. 35 Prozent zurückgegangen sei. Der Verkauf von SSB-Geräten sei jedoch seit der Freigabe von AM, FM und SSB auf allen 40 Kanälen um ca. 25 Prozent gestiegen.

Bei der Prüfung der Kasse gab es keine Beanstandungen. Die Kassenprüfer Birgitt Biehl und Bernd Suhre bestätigten dem Kassierer Walter Nehrenheim eine einwandfreie Kassenführung. Bernd Suhre war als Kassenprüfer eingesetzt worden, nachdem Franz Hornauer dieses Amt am 18. Juli 2005 niedergelegt hatte. Der Grund dafür waren Auseinandersetzungen um die Veröffentlichung des Kassenprüfberichts für das Jahr 2003, die Franz Hornauer eigenmächtig im Internet vorgenommen hatte.

Der gesamte Vorstand wurde für das Jahr 2004 einstimmig entlastet.

Bei der anstehenden Neuwahl eines Kassenrevisors wurde Mathias Czaja als einziger Kandidat benannt. Er wurde mit 9 Ja-Stimmen bei 1 Enthaltung gewählt.

Harald Westermann berichtete von Auseinandersetzungen mit dem Betreiber von rpa-Radio, Alexander Eisele. Dieser habe Westermann bzw. der DFA sowie anderen Personen verboten, private E-Mails und Publikationen von rpa-Radio um Internet zu veröffentlichen. Eisele habe ihm eine "Unterlassungserklärung" zugesandt, in der er - Westermann - sich verpflichten solle, solche Veröffentlichungen in Zukunft zu unterbinden und im Falle einer Zuwiderhandlung 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Dazu gäbe es einen Schriftwechsel zwischen Alexander Eisele und dem Rechtsanwalt der DFA, Wulf Gornickel. Dieser Schriftwechsel sei auf den Seiten von CB-Radio veröffentlicht worden.

Mathias Czaja wies in einem Referat auf die Problematik "10-Watt-EIRP-Regelung" und die Beschränkung des CB-Funks auf eine effektive Strahlungsleistung von 4 Watt ERP hin. Das Thema sei sehr komplex. Der größte Teil der CB-Funker würde, ohne es zu wissen, aufgrund dieser Regelungen "illegal" funken. Offenbar habe es in der Vergangenheit bei der Behörde "Stillhalteabkommen" gegeben, die besagten, dass Verstöße von CB-Funkern gegen die "10-Watt-EIRP-Regelung" nicht verfolgt werden sollen. Das weitere Vorgehen der DFA in dieser Angelegenheit blieb offen. Voraussichtlich wird das Thema beim Treffen der DFA mit Mitarbeitern der Bundesnetzagentur (ex RegTP) im Mitte September angesprochen.

Eine von Hans-Werner Hoppe im Auftrage der DFA durchgeführte 10-Watt-EIRP-Antennenumfrage hatte ergeben, dass mehr als knapp 53 Prozent der daran beteiligten CB-Funker mit einer Strahlungsleistung von mehr als 10 Watt EIRP sendeten. Hoppe merkte dazu an, dass die Umfrage mit 68 ausgewerteten Teilnehmern zwar nicht repräsentiv sei, sie lasse jedoch klar eine Tendenz erkennen.

Für den CB- und Packet-Radio-Stammtisch Märkischer Kreis (CB-PR-MK) brachte Hans-Werner Hoppe folgenden Antrag ein (Zitat):

Gemäß 4/Abs. 1 sowie 7/Abs. 2 der Satzung der "Deutschen Funk-Allianz (DFA) e.V.", Sitz Kassel, stellt der "CB- und Packetradio Stammtisch Märkischer Kreis (CB-PR-MK)", Sitz Lüdenscheid, den folgenden Antrag (Digitales Sprachnetzwerk "Voice-over-IP"):

Die Parlamentsvollversammlung der DFA möge beraten und beschliessen:

Die DFA e.V. möge bei der Bundesnetzagentur (BENETZA) vorstellig werden und anfragen, ob

A) es möglich sei, bei PMR446-Funkgeräten (s. Amtsblattverfügung 78/2003) folgende Modifikationen bzw. Betriebsarten ausdrücklich zuzulassen:
1.Antennenbuchse für den Betrieb einer externen Antenne;
2.Verwendung einer Antenne mit Richtwirkung;
3.Betrieb an einem stabilisiertem Netzteil;
4.Betrieb in einem digitalen Sprachnetzwerk als "Datenübertragung" (Voice-over-IP via "e-QSO", "Team-Speak", etc. bei einer gleichzeitigen Verbindung zu CB-, bzw. Freenet-Funkgerät über dieses Netzwerk). Als "Trägermedium" werden hierzu Internetuntertunnelungen, ähnlich wie beim CB-Packet-Radio, genutzt.

B) es möglich sei, bei Freenet-Funkgeräten (s. Amtsblattverfügung 77/2003, geändert durch Amtsblattverfügung 5/2005) ebenfalls die unter a) genannten Modifikationen bzw. Betriebsarten ausdrücklich zuzulassen.

C) es möglich sei, bei CB-Funkgeräten (s. Amtsblattverfügung 57/ 2005) ebenfalls die unter A), Punkt 4. genannten Betriebsarten ausdrücklich zuzulassen.

(Ende des Zitats)

Der Antrag wurde einstimmig zurückgestellt.

Hermann Oechsner überreichte Harald Westermann zum Abschluss der Tagung eine Schallplatte mit dem sinnigen Titel "Märchenstunde im Märchenwald". Er merkte an, dass es zur Zeit "keine Gedanken" gäbe, dass sich der AK CB-Funk Thüringen der DFA anschließen werde.

Die Frühjahrstagung 2006 der DFA wird voraussichtlich in Neustadt (Hessen) stattfinden.

- wolf -

 

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